Geriatrie


 

Zulassung zur spezialisierten geriatrischen Diagnostik und Versorgung !

  • Seit 1. Juli 2016 ist meine Praxis für die spezialisierte Diagnostik geriatrischer Patienten zugelassen. Ab sofort können Hausärzte Patienten für das weiterführende geriatrische Assessment an mich als spezialisierten Geriater überweisen.

Vor einer Überweisung zur spezialisierten geriatrischen Diagnostik sollte der behandelnde Hausarzt telefonisch Kontakt mit unserer Praxis aufnehmen. Die Untersuchung kann ausschliesslich durch Überweisung des Hausarztes erfolen. In Ausnahmen kann die Überweisung auch durch andere Ärzte (Fachärzte für Neurologie, Psychiatrie, und Geriater) erfolgen.

 

Informationen für überweisende Ärzte.

 

  • Die spezialisierte geriatrische Diagnostik erfolgt bei Bedarf in enger Zusammenarbeit mit den kooperierenden Praxen für Physiotherapie Barbara Haider, Ergotherapie Kerstin Mikolitsch und Logopädie Annette Vanzo.
  • die Kampagne "Trittsicher durchs Leben" unterstützt darüberhinaus ältere Menschen dabei lange aktiv zu bleiben !

Die Geriatrie, auch Alters- oder Altenmedizin bzw. -heilkunde, ist die Lehre von den Krankheiten des alternden Menschen. Nicht nur in der Geriatrie gilt: Eine Diagnose sagt nicht aus, wie krank ein Mensch wirklich ist. Daher werden im Rahmen eines ausführlichen strukturierten geriatrischen Assessments (engl. für Beurteilung, Einschätzung, Bewertung) Fähigkeitsstörungen, Problembereiche und Defizite, sowie vorhandene Ressourcen erfasst. Denn gerade bei alten und hochbetagten Menschen ist es eines der Hauptaufgaben, das Potenzial für Verbesserungen zu erschließen.

 

Geriatrische Patienten sind dabei definiert durch:
 •  ein höheres Lebensalter (überwiegend 70 Jahre oder älter), die geriatrietypische Multimorbidität (Kombination mehrerer Erkrankungen) ist hierbei vorrangig vor dem kalendarischen Alter zu sehen
 •  oder durch ein hohes Alter (80+), auf Grund der alterstypisch erhöhten Vulnerabilität (Verletzbarkeit), z. B. wegen
 −  des Auftretens von Komplikationen und Folgeerkrankungen,
 −  der Gefahr der Chronifizierung sowie
 −  des erhöhten Risikos eines Verlustes der Autonomie mit einhergehender Verschlechterung des Selbsthilfestatus.
 Geriatrische Patienten weisen eine erhöhte Vulnerabilität infolge physiologischer Altersveränderungen auf. Hervorzuheben sind organübergreifende Wechselwirkungen. Es bestehen Defizite in mehreren Funktionsbereichen:
 a)  auf Organebene,
 b)  auf personaler oder
 c)  auf sozialer Ebene. 
 Die Einschränkungen sind somatischer, kognitiver oder auch affektiver Art, bedingt durch altersphysiologische Veränderungen und gegebenenfalls schon manifeste oder zumindest latente Schädigung von Körperstrukturen oder Funktionen. Die erhöhte Instabilität (eines der sogenannten geriatrischen »I’s«) ist sehr häufig anzutreffen. Die Patienten sind pflegefallgefährdet.
 Die fünf geriatrischen »I’s«:
 1.    Immobilität
 2.    Irritabilität (Verwirrtheit, Demenz)
 3.    Instabilität (Sturzneigung)
 4.    Inkontinenz
 5.    In letzter Zeit wird häufig ein fünftes »I« für iatrogene (Arzt/Medizin-bedingte) Schädigung hinzugefügt (bei 4 Medikamenten liegt die Zahl der tatsächlichen Interaktionen bei 30 % und bei 6 Medikamenten bei 70 %).
 6.    Weitere sind Inkontinenz, Isolation, usw.

 Weiterhin zeichnen sich die Patienten durch eine verringerte Anpassungsfähigkeit sowie begrenzte Kompensationsfähigkeit aus. Sehr häufig sind affektive und kommunikative Störungen anzutreffen. Weiterhin ist für geriatrische Patienten eine atypische Symptompräsentation zu beobachten. Es bestehen in der Regel eine hohe Krankheitsintensität sowie eine reduzierte Spontan-Rekonvaleszenz bei erhöhtem Rehabilitationsbedarf.

(Aus Freund H, "Geriatrisches Assessment" Kohlhammer Stuttgart 2014)

 

Zulassung zur spezialisierten geriatrischen Diagnostik und Versorgung

Seit 1. Juli 2016 ist meine Praxis für die spezialisierte Diagnostik geriatrischer Patienten zugelassen. Künftig können Hausärzte Patienten für das weiterführende geriatrische Assessment an einen spezialisierten Geriater überweisen. Nach der Untersuchung in meiner Praxis ergeht dann ein ausführlicher Bericht an den Hausarzt mit Empfehlungen zur weiteren Behandlung aus geriatrischer Sicht. Die weitere Behandlung erfolgt dann wiederum ausschliesslich durch den Hausarzt. Die spezialisierte geriatrische Diagnostik erfolgt bei Bedarf in Zusammenarbeit mit den kooperierenden Praxen für Physiotherapie Barbara Haider, Ergotherapie Kerstin Mikolitsch und Logopädie Annette Vanzo.

  • Die Leistungen der „Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung“ sind für Patienten mit einem besonders aufwändigen geriatrischen Versorgungsbedarf bestimmt (gemäß § 118a SGB V, Geriatrische Institutsambulanzen – GIA).

    Voraussetzungen - Patienten, die einen besonders aufwändigen geriatrischen Versorgungsbedarf aufweisen:

  • höheres Lebensalter (ab Beginn des 71. Lebensjahres) und
  • Vorliegen einer Pflegestufe gemäß § 15 SGB XI sowie einem der nachfolgenden geriatrischen Syndrome oder statt der Pflegestufe mindestens eines zusätzlichen dieser Syndrome
    • Multifaktoriell bedingte Mobilitätsstörung einschließlich Fallneigung und Altersschwindel
    • Komplexe Beeinträchtigung kognitiver, emotionaler oder verhaltensbezogener Art
    • Frailty-Syndrom (Kombinationen von unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, körperlicher und/oder geistiger Erschöpfung, muskulärer Schwäche, verringerter Ganggeschwindigkeit und verminderter körperlicher Aktivität)
    • Dysphagie
    • Inkontinenz(en)
    • Therapierefraktäres chronisches Schmerzsyndrom.